5 5.1 Selbstwahrnehmung 47 Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeitscharakteristika bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Kindern und Erwachsenen zu interagieren und sich mit den Gegebenheiten in seiner dinglichen Umwelt auseinanderzusetzen. Die Basiskompetenzen entstammen verschiedenen Theorie-Ansätzen der Entwicklungspsychologie und der Persönlichkeitspsychologie. Der wichtigste theoretische Zugang in diesem Zusammenhang ist die Selbstbestimmungstheorie. Diese geht davon aus, dass der Mensch drei grundlegende psychologische Bedürfnisse hat, nämlich das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit, dasjenige nach Autonomieerleben (s. S. 44) und dasjenige nach Kompetenzerleben. Die soziale Eingebundenheit bedeutet, dass man sich anderen zugehörig, geliebt und respektiert fühlt. Autonomie erlebt man, wenn man sich als Verursacher seiner Handlungen erlebt: man handelt nicht fremd-, sondern selbstgesteuert. Kompetenz erlebt man, wenn man Aufgaben oder Probleme aus eigener Kraft bewältigt. Die Befriedigung dieser Grundbedürfnisse ist entscheidend für das Wohlbefinden des Menschen und für seine Bereitschaft, sich in vollem Umfang seinen Aufgaben zuzuwenden. Die unter 5.9 und 5.10 beschriebenen Kompetenzen, nämlich lernmethodische Kompetenz und Widerstandsfähigkeit (Resilienz), sind jeweils zusammengesetzte Kompetenzen aus den im Folgenden beschriebenen Basiskompetenzen. PERSONALE KOMPETENZEN Selbstwertgefühl Unter Selbstwertgefühl versteht man, wie ein Mensch seine Eigenschaften und Fähigkeiten bewertet. Ein hohes Selbstwertgefühl ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Selbstvertrauen; es entsteht, wenn sich das Kind in seinem ganzen Wesen angenommen und geliebt fühlt. Die Kindertageseinrichtung trägt in hohem Maße dazu bei, dass sich Kinder für wertvoll halten und mit sich selbst zufrieden sind. Das Selbstwertgefühl ist insbesondere durch die nicht an Bedingungen geknüpfte Wertschätzung und Bestätigung seitens der 5.1 Selbstwahrnehmung
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