2 2.6 Lernen im Kindesalter 17 2.6 Lernen im Kindesalter Bedingungen und Potenziale des kindlichen Lernens. Kleine Kinder können nur in einem Umfeld aktiv lernen und sich positiv entwickeln, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen sowie täglich ausreichend Möglichkeiten erhalten, sich zu bewegen. Wenn Kinder lernen, dann lernt immer das „ganze Kind“ mit all seinen Sinnen, Emotionen, geistigen Fähigkeiten und Ausdrucksformen. Wenn Lernprozesse an den Quellen des kindlichen Lerneifers (Neugier, Freude am Ausprobieren, Experimentieren und Entdecken) ansetzen, auf die individuell unterschiedlichen Lernbedürfnisse der Kinder (Interessen, Fähigkeiten, Vorwissen, Lernweg, Lerntempo) Rücksicht nehmen und darauf aufbauen und ihnen ihre Mitgestalterrolle zugestehen, dann steht zu vermuten, dass sie große Bildungspotenziale freisetzen. Kinder können und wissen viel mehr, als Erwachsene ihnen in der Regel zutrauen. Sie kommen auf Ideen, auf die Erwachsene nie kommen würden. Interesse, Atmosphäre und Lernumgebung. Kinder lernen nachhaltig, was sie interessiert und emotional bewegt. Aber es sind nie die reinen Fakten, die Kinder interessieren, sondern Kontext, Geschichten und Zusammenhänge um sie herum. Für Kinder entscheidend ist die emotionale Atmosphäre, in der sie lernen und die von Wertschätzung geprägt ist. Emotionen, die Lernaktivitäten begleiten und aus Lernerfahrungen hervorgehen, werden mitgelernt und prägen das weitere Lernverhalten. Kinder lernen am besten und sind am kreativsten, wenn sie sich wohlfühlen und mit Lust, Freude und Spaß lernen. Wenn sie in vorschulischen Lernprozessen spielerisch mit z. B. mathematischen oder naturwissenschaftlichen Inhalten experimentieren können, dann ermöglicht ihnen dies später einen kreativen Umgang mit diesem Wissen. Wenn sie dabei positive Erfahrungen mit Zahlen machen, so kann dieser von Anfang an positive Bezug zur Mathematik sich gewinnbringend auf die späteren Lernschritte in der Schule auswirken. Auch wie Kinder Räume wahrnehmen und welche Anregungen sie ihnen bieten, hat maßgeblichen Einfluss auf ihr Lernen. Lernumgebungen, die liebevoll und anregend gestaltet und an deren Gestaltung die Kinder beteiligt worden sind, steigern Wohlbefinden, Lernmotivation und Effizienz von Lernprozessen. Kooperatives Lernen, Lernen am Modell (Vorbild). Kinder lernen sich selbst und die Welt in erster Linie durch gemeinsame Lernaktivitäten mit anderen schrittweise kennen und verstehen. Sie konstruieren ihr Weltverständnis vorrangig dadurch, dass sie sich über Dinge mit anderen austauschen und
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