7 7.11 Gesundheit 375 Körperpflege und Sauberkeit Körperpflege zählt zu den Alltagsroutinen in Kindertageseinrichtungen. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit des Kindes. Kinder sind dabei anfangs auf die Fürsorge und Unterstützung der Erwachsenen angewiesen. Pflegesituationen sind stets auch Lernsituationen. Kinder erwerben durch Zuschauen, Nachmachen und eigenes Tun zunehmend Kompetenzen. Die Erwachsenen sind für sie Vorbild für gesellschaftliche Normen der Körperpflege (z. B. Händewaschen nach Toilettengang, Kleidungswechsel zum Schlafen, Abwaschen von Geschirr und Besteck). Wesentlich sind nicht reglementierte und routinierte Abläufe, in denen Kinder Körperpflege und Hygiene nicht als lästige Nebensache erleben. Die Erfahrung der eigenen Körperlichkeit und der zunehmenden Eigenständigkeit bei der Körperpflege sind Bedingungen dafür, dass Kinder ein positives Selbstbild entwickeln. Die pädagogischen Fachkräfte unterstützen die Kinder, ihre Pflegehandlungen Schritt für Schritt selbstständig auszuführen, damit sie vom „Versorgt-Werden“ zum „Sich-selbst-versorgen-Können“ gelangen. Die Utensilien der Körperpflege stehen jedem Kind zur eigenständigen Nutzung zur Verfügung. Die Sanitärausstattung entspricht den hygienischen und sicherheitstechnischen Standards. Körper und Sexualität Im Kleinkindalter entdecken Kinder den eigenen Körper und die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Für sie besteht keine Trennung zwischen Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität. Erfahrungen im zärtlichen Kontakt mit Bezugspersonen und mit sich selbst sind auch sexuelle Lernerfahrungen. Sie schaffen ein bestimmtes Körpergefühl und fördern die Beziehungs- und Liebesfähigkeit. Mit der Zeit erlebt sich das Kind zunehmend als Mädchen oder Junge, entwickelt Selbstbewusstsein und wird in all seinen Sinnen angeregt. Wo eine derartige liebevolle und anregende Atmosphäre nicht vorhanden ist, bleiben Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten ungenutzt, die Sinnlichkeit des Kindes verkümmert. Sexuelle Bildung Dies ist kein Thema, das in Kindertageseinrichtungen offensiv angegangen wird. Es wird aufgegriffen, wenn Kinderfragen kommen. Eine offene, behutsame Zusammenarbeit mit den Eltern ist hierbei ebenso wichtig, wie Kindern auf ihre Fragen nach Zärtlichkeit, Geburt, Zeugung und Schwangerschaft altersgemäße Antworten (Aufklärung) zu geben. Bei Wickel- und Pflegesituationen entdecken Mädchen und Jungen ihre Körperteile einschließlich der Geschlechtsorgane; bei deren sprachlicher Begleitung ist es bedeutsam, dass Jungen wie Mädchen die korrekten Bezeichnungen für ihre Geschlechtsteile erhalten. Die Kinder erhalten in der Tageseinrichtung Gelegenheit, offen über ihren Körper zu reden. Sie können auch ihre Zärtlichkeitsbedürfnisse angemessen befriedigen.
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