Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen

7 7.3 Sprache und Literacy 207 Schrift und Schreiben Beispiele Raumgestaltung und Materialien ■ Buchstaben, attraktiv aufbereitet, sind für Kinder zugänglich ■ An den Wänden des Gruppenraums sind stets wechselnde Logos und Hinweisschilder ■ Es gibt Schriftstücke und Plakate, auch in den Familiensprachen der Kinder Tab. 7.1: Literacy anregende Aktivitäten und Materialien Literacy anregende Lernumgebung Obige Ausführungen machen deutlich: Zur Literacy-Bildung gehören nicht nur spezifische Angebote, wie Bilderbuchbetrachtung, Vorlesen oder Erzählen, sondern auch die Integration von Literacy anregenden Ritualen im Alltag und eine entsprechende räumliche Gestaltung (z. B. regelmäßige Bilderbuchausleihe nach Hause, einladende Ausstattung und Gestaltung von Leseecken bzw. Kinderbibliotheken und Schreibecken, Buchstaben mit denen Kinder hantieren können, Schreibblöcke für Kinder, mehrsprachige Schriftstücke an der Wand). Kinder sollen dabei angeregt werden, selbstständig, selbstverständlich und gestaltend mit Buch und Schrift umzugehen. Links- und Rechtshändigkeit wird ausdrücklich gleichermaßen unterstützt. Einbeziehung der Eltern in die Literacy-Bildung Die Einbeziehung der Eltern ist für die Sprachentwicklung des Kindes sehr förderlich. Zudem ergeben sich dabei vielfältige Möglichkeiten, den Kontakt und Austausch zwischen Familie und Einrichtung konkret und kreativ zu gestalten. Beispiele sind: ■ Familienangehörige kommen regelmäßig zum Vorlesen in die Einrichtung. ■ Erzählungen der Kinder werden schriftlich festgehalten und ihnen als Büchlein nach Hause mitgegeben. ■ Es gibt ein „Geschichtenfest“ mit Beiträgen von Eltern und Kindern in den verschiedenen Sprachen. ■ Eine Eltern-Kind-Theatergruppe wird gegründet. ■ Regelmäßige Ausleihe nach Hause – es gibt neben deutschsprachigen Büchern und anderen Medien auch Materialien in den Familiensprachen der mehrsprachig aufwachsenden Kinder (z. B. zweisprachige Bilderbücher in verschiedenen Sprachen, Hörbücher, Podcasts und digitale Audio-Dateien). Wertschätzung und Unterstützung von Zwei- und Mehrsprachigkeit Kindertageseinrichtungen benötigen ein Sprachbildungskonzept, das mehrsprachiges Aufwachsen nicht als Risiko und Ausnahmefall, sondern als Chance und Normalfall betrachtet. Erst dann können auch Kinder eine positive Hal-

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