7 7.3 Sprache und Literacy 195 SPRACH- UND MEDIENKOMPETENTE KINDER Leitgedanken Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation und sie ist eine wesentliche Voraussetzung für schulischen und beruflichen Erfolg, für eine volle Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben. Sprache und Kommunikation als Interaktion von Anfang an Von Anfang an versucht das Kind, mit seiner Umwelt zu kommunizieren – mit Gestik, Mimik und Lauten – und es ist für seine Entwicklung von Kommunikation abhängig. Sprache kann sich nur in der Interaktion, im wechselseitigen Gespräch entfalten. Sprache erwirbt ein Kind nicht nur beim Zuhören, sondern auch – und ganz wesentlich – bei der aktiven Sprachproduktion, beim Sprechen. Spracherwerb als komplexer, konstruktiver Prozess Kinder bilden, teils unbewusst, eigenständig Hypothesen und Regeln darüber, „wie Sprache gebaut“ ist, sie lernen Sprache nicht nur über Nachahmung. Kinder lernen Sprache in der Beziehung zu Personen, die sich ihnen zuwenden, die ihnen wichtig sind, und im Versuch, die Umwelt zu verstehen und zu strukturieren. Spracherwerb ist gebunden an ■ Dialog und persönliche Beziehung, ■ Interesse, ■ Handlungen, die für Kinder Sinn ergeben (Sinnkonstruktion). Dies gilt es in der Sprachbildung zu berücksichtigen und zu nutzen. Sprachkompetenz und Bildungschancen Sprache entwickelt sich während der ganzen Kindheit in vielfältigen Settings – in der Familie, in Alltagssituationen (z. B. beim Einkaufen), in Bildungseinrichtungen. Kinder mit wenig sprachlicher Anregung in der Familie sind in ihrer Sprachentwicklung häufig benachteiligt und sollten in Bildungseinrich7.3 Sprache und Literacy
RkJQdWJsaXNoZXIy MjI4OTk1