Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen

6 6.2 Umgang mit individuellen Unterschieden und soziokultureller Vielfalt 121 6.2.1 Kinder verschiedenen Alters Leitgedanken Die Arbeit mit altersgemischten Gruppen hat in Kindertageseinrichtungen insofern Tradition, als sich in Krippen und Kindergärten die Gruppen schon immer aus Kindern verschiedenen Alters zusammensetzten. Die erweiterte Altersmischung ist eine vielversprechende Form der Gruppenzusammensetzung, die bereits in vielen Kindertageseinrichtungen erprobt und praktiziert wird. Möglichkeiten der erweiterten Altersmischung bieten sich z. B. in Kindergärten durch die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren bzw. Schulkindern oder in Häusern für Kinder, deren Angebot sich an Kinder vom Säuglingsalter bis zu zwölf Jahren richten kann. Die (erweiterte) Altersmischung ist mit einer Reihe von Anforderungen an das pädagogische Personal verbunden, bietet jedoch besondere Möglichkeiten für die Kinder. Die Heterogenität der Gruppe (die bei erweiterter Altersmischung besonders groß ist) bietet den Kindern ein weites Feld vielseitiger Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Für die Kinder entstehen vielfältige Möglichkeiten, Beziehungen einzugehen und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Mehr als in homogenen Gruppen bietet sich den Kindern eine Auswahl unterschiedlicher Spielpartnerinnen und -partner, die ihren Interessen und ihrem Entwicklungsstand unabhängig vom Alter entsprechen. Aufgrund der natürlichen Entwicklungsunterschiede werden die Kinder nicht so stark untereinander verglichen oder an „altersgemäßen“ Entwicklungsniveaus gemessen. Kinder geraten dadurch weniger unter Konkurrenzdruck. In altersgemischten Gruppen interagieren Kinder eher mit Kindern des anderen Geschlechts als in altershomogenen Gruppen (Mädchen und Jungen – Geschlechtersensible Bildung ➛ Kap. 6.2.2). Hervorzuheben sind die sozialen Lernmöglichkeiten. Orientierung ist an Jüngeren und Älteren möglich, Kinder setzen sich hierbei ihre eigenen Entwicklungsschwerpunkte. Kinder lernen vieles leichter von Kindern als von 6.2 Umgang mit individuellen Unterschieden und soziokultureller Vielfalt

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