• Projekte
  • Lesedrachen: Digitale Bilderbuchbetrachtungen in Kindertageseinrichtungen wirksam gestalten

Lesedrachen: Digitale Bilderbuchbetrachtungen in Kindertageseinrichtungen wirksam gestalten

Die fortschreitende Digitalisierung hat vielfältige, neue Formate, darunter auch digitale Bilderbücher, hervorgebracht. Im Bildungskontext stellt sich die Frage, inwieweit digitale Bilderbücher sich zur Unterstützung der kindlichen Sprachentwicklung eignen. Unter Einbezug von Erkenntnissen aus aktuellen Metaanalysen und langjähriger Forschung zu Lesemethoden bei der Nutzung klassischer Bilderbücher untersucht das Lesedrachenprojekt digitale Bilderbuchbetrachtungen. Die Leitfrage ist dabei, wie digitale Bilderbücher in Kindertageseinrichtungen betrachtet werden können, um Kinder in ihrer Sprachentwicklung möglichst wirksam zu unterstützen.

Hintergrund

Trotz langjähriger Anstrengungen besteht noch immer je nach Bundesland bei 15 bis 41% der Vorschulkinder Sprachförderbedarf (Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2020). Aus nationalen und internationalen Studien ist bekannt, dass das sogenannte Dialogische Lesen nach der CROWD-Strategie sehr effektiv zur Unterstützung sprachproduktiver Fähigkeiten und zur Wortschatzerweiterung eingesetzt werden kann – selbst bei geringer Förderdosis (u.a. Ennemoser et al., 2013; What Works Clearinghouse, 2010; 2015).

Im Kontext der zunehmenden Digitalisierung rückt zudem das Unterstützungspotential digitaler Bilderbücher stärker in den Vordergrund. Internationale Befunde (Egert, Cordes & Hartig, 2022a; Reich, Yau & Warschauer, 2016; Takacs, Swart & Bus, 2014) deuten an, dass sie sprachunterstützend genutzt werden können, wenn sie kognitionspsychologische Anforderungen erfüllen (Cordes, Egert & Hartig, 2020). Doch liegen bislang keine Studien zu Wirksamkeit und zu Einsatzpotentialen (d.h. zu Vorlesemethoden wie dem Dialogischen Lesen oder zu geeigneten Vorleseformaten) deutschsprachiger, kommerziell erhältlicher digitaler Bilderbücher vor.

Konzeption

Die Pilotierungen erfolgen in Zusammenarbeit des Staatsinstituts für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP Bayern) und der Katholischen Stiftungshochschule München. Die Leseeinheiten werden anhand neuster metaanalytischer Erkenntnisse (Egert, Cordes &Hartig, 2022a, b) konzipiert.

Ziel

Das Lesedrachen-Projekt umfasst mehrere Pilotstudien zu digitalen Bilderbuchbetrachtungen in Kindertageseinrichtungen. Die Buchbetrachtungen werden in Kleingruppen durchgeführt und evaluiert. Untersucht werden verschiedene Lesemethoden (Dialogisches Lesen/ begleitete selbstständige Betrachtung), unterschiedliche Vorleseformate (adaptives Vorlesen durch Fachkraft/ Verwendung der Vorlesefunktion) und Darbietungsformen (digital/ analog).

Veröffentlichungen

Cordes, A.-K., Egert, F. & Hartig, F. (2023). Fostering child language with short-term digital storybook interventions. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie.

Cordes, A.-K., Egert, F. & Hartig, F. (2022). Dialogisches Lesen mit digitalen Bilderbüchern. Wie wirksame Sprachunterstützung mit digitalen Bilderbüchern gelingen kann. Ein Leitfaden für Fachkräfte und Eltern. München/ Amberg: Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz.  Bestellbar unter: lesedrachen@ifp.bayern.de

Cordes, A-K., Egert, F., & Hartig, F. (2022). Dialogisches Lesen mit digitalen Bilderbüchern. Ein Leitfaden für Fachkräfte und Eltern- Wie wirksame Sprachunterstützung mit dem digitalen Bilderbuch gelingen kann. IFP Infodienst, 27, 50-51.

Cordes, A.-K., Egert, F. & Hartig, F. (2022). Digitale Bilderbücher zur sprachlichen Unterstützung im Kindergarten – Dialogisches Lesen oder selbstgesteuerte Betrachtung? In: Spreer, M., Wahl, M. & Beek, H. (Hrsg.). Sprachentwicklung im Dialog. Digitalität – Kommunikation – Partizipation. Rhenbreitbach: Medienhaus Plump, 39-48.

Projektteam

Dr. Anne-Kristin Cordes
Prof. Dr. Franziska Egert
Fabienne Hartig
Wynona Kühn (Masterstudentin)

Projektleitung

Dr. Anne-Kristin Cordes

+49 9621 96502-61

Projektleitung an der KSH

Prof. Dr. Franziska Egert

Projektmitarbeit

Fabienne Hartig

Projektlaufzeit

Januar 2022 bis Dezember 2023

Zur Projektübersicht A - Z